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case-study

Wunderplanning

Ein Tagesplaner, der Aufgaben, Notizen und To-dos an einem Ort vereint – standardmäßig privat.

Solo – Produkt, Design & Full-Stack-Entwicklungwunderplanning.com
Das Wunderplanning-Dashboard mit Monatskalender und Daily Focus.
Das Dashboard – Aufgaben, Notizen, Kalender und Daily Focus an einem Ort.

das Problem

Warum ich es gebaut habe

Während ich als Product Owner mehrere Produkte parallel betreute, war meine persönliche Planung über verschiedene Tools verteilt: Aufgaben in einer App, Notizen in einer anderen und spontane Ideen irgendwo dazwischen. Jedes Tool löste einen Teil des Problems – aber keines fühlte sich wie ein zentraler Ort für meinen Arbeitsalltag an.

Klassische Projektmanagement-Tools waren für die persönliche Planung oft zu komplex, einfache Notiz-Apps dagegen zu unstrukturiert. Ich wollte ein Produkt entwickeln, das genau zwischen diesen beiden Welten liegt: reduziert, schnell und konsequent auf den persönlichen Arbeitsalltag ausgerichtet.

Von Anfang an spielte dabei auch Datenschutz eine zentrale Rolle. Persönliche Planung enthält Aufgaben, Gedanken, Notizen und Informationen, über die Nutzer selbst die Kontrolle behalten sollten.

der Ansatz

Die Produktentscheidungen

Eine der wichtigsten Entscheidungen war, Aufgaben, Notizen und To-dos nicht als voneinander getrennte Bereiche zu behandeln. Stattdessen lebt alles auf einem gemeinsamen Board.

Dadurch entfällt der typische Kontextwechsel zwischen verschiedenen Werkzeugen: Aus einer Notiz kann direkt eine Aufgabe werden, aus einer Idee ein konkreter nächster Schritt und aus einer Aufgabe eine Checkliste.

Gleichzeitig sollte Wunderplanning nicht möglichst viele Funktionen anbieten. Der Fokus liegt bewusst auf Reduktion. Der Tag beginnt mit wenigen realistischen Aufgaben im Daily Focus. Alles andere bleibt im Hintergrund, bis es tatsächlich relevant wird.

Automatisierungen unterstützen dabei, ohne zusätzliche Pflegearbeit zu erzeugen. Sie helfen beispielsweise dabei, Prioritäten zu setzen, überfällige Aufgaben hervorzuheben und Inhalte sinnvoll zu organisieren.

Ein zentraler Bestandteil des Produkts ist die lokale Speicherung der persönlichen Planungsdaten. Aufgaben, Notizen, To-dos und Anhänge bleiben auf dem eigenen Gerät und werden nicht an einen Server übertragen.

Das bedeutet gleichzeitig, dass es keine automatische Synchronisation des Boards zwischen verschiedenen Geräten gibt. Wer seine Daten sichern oder übertragen möchte, kann sie selbst exportieren oder Backups lokal auf dem eigenen Gerät ablegen.

Für mich ist das eine bewusste Produktentscheidung: Datenhoheit und Kontrolle haben Vorrang vor geräteübergreifender Synchronisation.

der Ansatz

Die technische Umsetzung

Wunderplanning habe ich vollständig selbst entwickelt – vom Interface bis zur technischen Infrastruktur.

Das Frontend basiert auf React, TypeScript und Tailwind CSS. Die persönlichen Planungsdaten werden direkt im Browser gespeichert. Das Board liegt in localStorage, während Anhänge und lokale Backup-Daten über IndexedDB verwaltet werden.

Serverseitige Funktionen werden nur dort eingesetzt, wo sie tatsächlich notwendig sind. Serverless API-Routen und eine Neon-Postgres-Datenbank übernehmen unter anderem Nutzerkonten, Anmeldung und Feedback. Deployment und Hosting laufen über Vercel.

Dadurch bleibt die eigentliche persönliche Planung technisch von den serverseitigen Account-Funktionen getrennt.

in der Praxis

Today

Die Today-Ansicht reduziert den Arbeitstag bewusst auf wenige zugesagte Aufgaben. Weitere Aufgaben landen in einem Overflow-Bereich und bleiben verfügbar, ohne permanent Aufmerksamkeit einzufordern.

Automatisierungen wie Smart Focus, Priority Boost und Smart Categories helfen zusätzlich dabei, Prioritäten sichtbar zu machen und das Board aktuell zu halten.

Die Today-Ansicht mit zugesagten Aufgaben, einem Overflow-Bereich und Unterstützungsmaterial
Today – Fokus auf wenige Aufgaben, während alles andere bewusst im Hintergrund bleibt.
Automatisierungs-Einstellungen mit Smart Focus, Priority Boost und Smart Categories
Automatisierungen unterstützen bei Prioritäten und halten das Board aktuell.

was ich gebaut habe

Das Produkt

Wunderplanning ist heute eine vollständige SaaS-Anwendung mit:

  • Aufgabenverwaltung und Prioritäten
  • Notizen und Checklisten
  • Datei-Anhängen
  • Kalenderansicht
  • Subtasks
  • Onboarding
  • Feedback-Funktion
  • Export- und Backup-Möglichkeiten
  • Nutzerkonten und passwortloser Anmeldung

Auch bei der Authentifizierung wollte ich unnötige Komplexität vermeiden. Die Anmeldung funktioniert vollständig ohne Passwort.

Nutzer erhalten per E-Mail einen sechsstelligen Einmalcode, der 15 Minuten gültig ist und genau einmal verwendet werden kann. Ein Passwort lässt sich gar nicht erst anlegen – und damit auch keines vergessen oder verlieren.

Die persönlichen Planungsdaten bleiben davon getrennt und werden lokal im Browser gespeichert.

im Detail

Board und Notizen

Das Aufgaben-Board strukturiert Arbeit in die Bereiche Today, This Week, Later und Waiting. Aufgaben können priorisiert, mit Fälligkeiten versehen und in Subtasks unterteilt werden.

Der Notizbereich ergänzt das Board um frei strukturierbare Inhalte, Labels und Checklisten. Notizen und Aufgaben sind dabei bewusst nicht als getrennte Systeme gedacht, sondern greifen ineinander.

Wunderplanning dient gleichzeitig als persönliches Experimentierfeld. Viele neue Ideen entstehen direkt aus meinem eigenen Arbeitsalltag und können unmittelbar im Produkt ausprobiert werden.

Dadurch lassen sich Konzepte schnell validieren – und Erkenntnisse anschließend auch auf meine Arbeit als Product Owner übertragen.

Das Aufgaben-Board mit den Spalten Today, This Week, Later und Waiting
Ein Board für Aufgaben mit Prioritäten, Subtasks, Status und Fälligkeiten.
Der Notizbereich mit Notizkarten, Labels und Subtasks
Notizen, Checklisten und Aufgaben greifen direkt ineinander.

das Ergebnis

Was ich daraus gelernt habe

Das Spannendste an Wunderplanning ist für mich nicht nur die fertige Anwendung, sondern vor allem die Möglichkeit, Produktentscheidungen vollständig selbst zu treffen und umzusetzen.

Ich verantworte das Produkt von der Idee über Produktkonzept, UX und Interface bis hin zu Datenmodell, Infrastruktur und Deployment.

Dadurch beschäftige ich mich mit denselben Fragen, die auch meinen Berufsalltag prägen:

  • Welche Funktion schafft tatsächlich einen Mehrwert?
  • Wo lohnt sich zusätzlicher technischer Aufwand?
  • Was kann bewusst warten?
  • Welche Komplexität ist gerechtfertigt?
  • Und wann ist eine Lösung gut genug, um veröffentlicht zu werden?

Diese Erfahrung hat meinen Blick auf Produktentwicklung verändert. Ich schreibe heute andere Tickets, hinterfrage Anforderungen stärker, priorisiere bewusster und kann technische Diskussionen besser einordnen, weil ich die Konsequenzen vieler Entscheidungen selbst praktisch nachvollziehen kann.

Wunderplanning ist deshalb für mich weniger ein abgeschlossenes Projekt als ein Produkt, das sich gemeinsam mit meiner eigenen Arbeitsweise weiterentwickelt. Genau das macht es bis heute spannend.

Willst du es live sehen?

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