
case-study
Wunderplanning
Ein Tagesplaner, der Aufgaben, Notizen und To-dos an einem Ort vereint – standardmäßig privat.
- Aufgaben & Notizen
- Local-first
- Privacy-first
- Full-stack
- Personal SaaS
- React
- TypeScript
- Tailwind CSS
- IndexedDB
- Neon Postgres
- Vercel


das Problem
Warum ich es gebaut habe
Während ich als Product Owner mehrere Produkte parallel betreute, war meine persönliche Planung über verschiedene Tools verteilt: Aufgaben in einer App, Notizen in einer anderen und spontane Ideen irgendwo dazwischen. Jedes Tool löste einen Teil des Problems – aber keines fühlte sich wie ein zentraler Ort für meinen Arbeitsalltag an.
Klassische Projektmanagement-Tools waren für die persönliche Planung oft zu komplex, einfache Notiz-Apps dagegen zu unstrukturiert. Ich wollte ein Produkt entwickeln, das genau zwischen diesen beiden Welten liegt: reduziert, schnell und konsequent auf den persönlichen Arbeitsalltag ausgerichtet.
Von Anfang an spielte dabei auch Datenschutz eine zentrale Rolle. Persönliche Planung enthält Aufgaben, Gedanken, Notizen und Informationen, über die Nutzer selbst die Kontrolle behalten sollten.
der Ansatz
Die Produktentscheidungen
Eine der wichtigsten Entscheidungen war, Aufgaben, Notizen und To-dos nicht als voneinander getrennte Bereiche zu behandeln. Stattdessen lebt alles auf einem gemeinsamen Board.
Dadurch entfällt der typische Kontextwechsel zwischen verschiedenen Werkzeugen: Aus einer Notiz kann direkt eine Aufgabe werden, aus einer Idee ein konkreter nächster Schritt und aus einer Aufgabe eine Checkliste.
Gleichzeitig sollte Wunderplanning nicht möglichst viele Funktionen anbieten. Der Fokus liegt bewusst auf Reduktion. Der Tag beginnt mit wenigen realistischen Aufgaben im Daily Focus. Alles andere bleibt im Hintergrund, bis es tatsächlich relevant wird.
Automatisierungen unterstützen dabei, ohne zusätzliche Pflegearbeit zu erzeugen. Sie helfen beispielsweise dabei, Prioritäten zu setzen, überfällige Aufgaben hervorzuheben und Inhalte sinnvoll zu organisieren.
Ein zentraler Bestandteil des Produkts ist die lokale Speicherung der persönlichen Planungsdaten. Aufgaben, Notizen, To-dos und Anhänge bleiben auf dem eigenen Gerät und werden nicht an einen Server übertragen.
Das bedeutet gleichzeitig, dass es keine automatische Synchronisation des Boards zwischen verschiedenen Geräten gibt. Wer seine Daten sichern oder übertragen möchte, kann sie selbst exportieren oder Backups lokal auf dem eigenen Gerät ablegen.
Für mich ist das eine bewusste Produktentscheidung: Datenhoheit und Kontrolle haben Vorrang vor geräteübergreifender Synchronisation.
Zum Datenschutz gehört für mich auch die Anmeldung. Deshalb gibt es bei Wunderplanning mittlerweile überhaupt keine Passwörter mehr.
Der Zugang läuft vollständig über ein One-Time-Password, das per Magic-Link an die eigene E-Mail-Adresse geht, 15 Minuten gültig ist und genau einmal verwendet werden kann.
Damit gibt es kein Passwort, das gesetzt, wiederverwendet, vergessen oder abgefischt werden kann – und in der Datenbank liegen auch keine Passwörter, die überhaupt gestohlen werden könnten.
der Ansatz
Die technische Umsetzung
Wunderplanning habe ich vollständig selbst entwickelt – vom Interface bis zur technischen Infrastruktur.
Das Frontend basiert auf React, TypeScript und Tailwind CSS. Die persönlichen Planungsdaten werden direkt im Browser gespeichert. Das Board liegt in localStorage, während Anhänge und lokale Backup-Daten über IndexedDB verwaltet werden.
Serverseitige Funktionen werden nur dort eingesetzt, wo sie tatsächlich notwendig sind. Serverless API-Routen und eine Neon-Postgres-Datenbank übernehmen unter anderem Nutzerkonten, Anmeldung und Feedback. Deployment und Hosting laufen über Vercel.
Dadurch bleibt die eigentliche persönliche Planung technisch von den serverseitigen Account-Funktionen getrennt.
in der Praxis
Today
Die Today-Ansicht reduziert den Arbeitstag bewusst auf wenige zugesagte Aufgaben. Weitere Aufgaben landen in einem Overflow-Bereich und bleiben verfügbar, ohne permanent Aufmerksamkeit einzufordern.
Automatisierungen wie Smart Focus, Priority Boost und Smart Categories helfen zusätzlich dabei, Prioritäten sichtbar zu machen und das Board aktuell zu halten.




was ich gebaut habe
Das Produkt
Wunderplanning ist eine vollständige SaaS-Anwendung mit:
- Aufgabenverwaltung und Prioritäten
- Notizen und Checklisten
- Datei-Anhängen
- Kalenderansicht
- Subtasks
- Onboarding
- Feedback-Funktion
- Export- und Backup-Möglichkeiten
- Nutzerkonten und passwortloser Anmeldung
Auch bei der Authentifizierung wollte ich unnötige Komplexität vermeiden. Die Anmeldung funktioniert vollständig ohne Passwort.
Nutzer erhalten per E-Mail einen Magic-Link mit einem einmaligen Passwort, das 15 Minuten gültig ist und genau einmal verwendet werden kann. Ein Passwort lässt sich gar nicht erst anlegen – und damit auch keines vergessen, wiederverwenden oder verlieren.
Die persönlichen Planungsdaten bleiben davon getrennt und werden lokal im Browser gespeichert.
im Detail
Board und Notizen
Das Aufgaben-Board strukturiert Arbeit in die Bereiche Today, This Week, Later und Waiting. Aufgaben können priorisiert, mit Fälligkeiten versehen und in Subtasks unterteilt werden.
Der Notizbereich ergänzt das Board um frei strukturierbare Inhalte, Labels und Checklisten. Notizen und Aufgaben sind dabei bewusst nicht als getrennte Systeme gedacht, sondern greifen ineinander.
Wunderplanning diente mir gleichzeitig als persönliches Experimentierfeld. Viele Ideen entstanden direkt aus meinem eigenen Arbeitsalltag und ließen sich unmittelbar im Produkt ausprobieren.
Dadurch konnte ich Konzepte schnell validieren – und die Erkenntnisse anschließend auch auf meine Arbeit als Product Owner übertragen.




das Ergebnis
Was ich daraus gelernt habe
Das Spannendste an Wunderplanning war für mich nicht nur die fertige Anwendung, sondern vor allem die Möglichkeit, Produktentscheidungen vollständig selbst zu treffen und umzusetzen.
Ich habe das Produkt von der Idee über Produktkonzept, UX und Interface bis hin zu Datenmodell, Infrastruktur und Deployment selbst verantwortet.
Dadurch habe ich mich mit denselben Fragen beschäftigt, die auch meinen Berufsalltag prägen:
- Welche Funktion schafft tatsächlich einen Mehrwert?
- Wo lohnt sich zusätzlicher technischer Aufwand?
- Was kann bewusst warten?
- Welche Komplexität ist gerechtfertigt?
- Und wann ist eine Lösung gut genug, um veröffentlicht zu werden?
Diese Erfahrung hat meinen Blick auf Produktentwicklung verändert. Ich schreibe heute andere Tickets, hinterfrage Anforderungen stärker, priorisiere bewusster und kann technische Diskussionen besser einordnen, weil ich die Konsequenzen vieler Entscheidungen selbst praktisch nachvollziehen kann.
Wunderplanning hat sich deshalb immer gemeinsam mit meiner eigenen Arbeitsweise weiterentwickelt. Genau das hat das Projekt für mich so wertvoll gemacht.
das Ende
Warum ich das Projekt offline genommen habe
Wunderplanning war mein erstes digitales SaaS-Projekt im Webbereich, das tatsächlich gelauncht wurde. Es lief über ein halbes Jahr richtig gut und hatte erste aktive Nutzer. Vor allem hat mir das Projekt gezeigt, was mittlerweile machbar ist, wenn eine Person Produkt, Design und Entwicklung vollständig selbst verantwortet. Als Startpunkt hätte ich mir kaum etwas Besseres wünschen können.
Gleichzeitig hat sich meine Richtung verschoben: Ich möchte mich künftig stärker im nativen App-Bereich bewegen und dort platzieren.
Dazu kommt eine ehrliche Kapazitätsfrage. Ich habe aktuell zu viele parallele Projekte, um den laufenden Support für eine produktiv genutzte Web-App zuverlässig gewährleisten zu können. Ein Produkt, mit dem Menschen ihren Tag planen, verdient mehr als gelegentliche Aufmerksamkeit.
Und bei Datenschutz, Compliance und Speicherung setze ich lieber auf eine feste Basis und klare Strukturen, wie Apple sie vorgibt. Bei Wunderplanning lagen alle Planungsdaten lokal auf dem eigenen Gerät, es konnte also ohnehin nichts passieren – aber genau diese Struktur hätte ich künftig gern als Standard und nicht als meine eigene Konstruktion.
Aus diesen Gründen habe ich mich entschieden, Wunderplanning offline zu nehmen. Nicht, weil das Projekt gescheitert wäre, sondern weil es genau das erfüllt hat, wofür ich es gebaut habe.

